Biodiversitätsinitiative

Sch√ľtzende W√§lder

Die Schweiz ist zu einem Drittel mit Wald bedeckt und diese W√§lder haben es in sich. Sie sind Lebensraum f√ľr Tiere und Pflanzen und sie sind Kraftorte f√ľr uns Menschen. W√§lder sch√ľtzen D√∂rfer vor Lawinen und Steinschlag, liefern hochwertiges Bau- und Energieholz und sauberes Trinkwasser.

Schon heute gut gesch√ľtzt

Verglichen mit den meisten anderen Lebensr√§umen ist der Wald in der Schweiz in einem recht naturnahen Zustand. Zu verdanken haben wir das unseren Vorfahren, die vor bald 150 Jahren den Wald per Gesetz unter Schutz gestellt haben. Das schweizerische Waldgesetz ist aus einer grossen Notlage entstanden, denn die unkontrollierte Abholzung der W√§lder f√ľhrte im 19. Jahrhundert zu Erdrutschen und katastrophalen √úberschwemmungen.

Immer mehr steigt die Erkenntnis bei Bev√∂lkerung, F√∂rstern und Waldbesitzerinnen, wie wichtig eine hohe Biodiversit√§t f√ľr den Wald ist. Sie macht die W√§lder robust. So kommen naturnahe W√§lder besser mit den steigenden Temperaturen und der zunehmenden Trockenheit zurecht. W√§hrend viele tiefer gelegene Fichtenw√§lder mit dem Borkenk√§fer zu k√§mpfen haben, sind Laub- und Mischw√§lder weitaus besser gesch√ľtzt. Der steigende Totholzanteil in vielen W√§ldern, das Stehenlassen von Biotopb√§umen und die Errichtung von Waldreservaten f√∂rdern zus√§tzlich die nat√ľrlichen Abwehrkr√§fte der W√§lder.

Die Kantone haben sich darauf geeinigt, dass bis im Jahr 2030 10 Prozent der Waldfl√§che als Reservate gesch√ľtzt sind. Einige Kantone weisen bereits heute deutlich mehr Waldreservate aus, und zeigen damit, dass sich dies gut mit der Waldwirtschaft vereinbaren l√§sst. Andere hinken bei der Umsetzung hinterher, womit bis heute rund 7.1 Prozent erreicht sind.

Was uns der Wald gibt

20‚Äô000km Wanderwege im Schweizer Wald sind sinnbildlich f√ľr die Bedeutung des Waldes als Erholungsraum. Ein Aufenthalt im Wald tut gut. Der Wald macht uns ruhig und entspannt. Die Stoffe, welche die B√§ume √ľber ihre Bl√§tter ausscheiden, haben eine nachweislich heilende Wirkung.

Auch beim Trinkwasser leistet der Wald einen wichtigen Beitrag. Baumkronen und der Waldboden federn auch starke Regenf√§lle ab, was Oberfl√§chenabfluss und Erosion weitgehend verhindert. Stattdessen versickert der Regen im Boden, speist das Grundwasser und tritt glasklar und sauber gefiltert √ľber Quellen wieder an die Oberfl√§che. Fast die H√§lfte unseres Trinkwassers stammt so aus W√§ldern. Viele Waldfl√§chen in der Schweiz erf√ľllen zudem eine Schutzfunktion. Sie bewahren Menschen, H√§user und Verkehrswege vor Naturgefahren wie Steinschlag, Lawinen, Erosion und Hochwasser.

Pro Jahr wächst die Holzmenge im Schweizer Wald um rund 11 Millionen Kubikmeter an. Rund die Hälfte davon wird als Bau- und Energieholz genutzt. Während Holz als Energiequelle praktisch CO2-neutral ist, können wir beim Bauen mit Holz sogar Kohlenstoff speichern. Zudem ersetzt das Holz andere, aber sehr energieintensive Baustoffe wie Beton und Stahl.

Was der Wald braucht

Der Wald ist von vielen Seiten unter Druck. Der Klimawandel bedroht die B√§ume durch Hitze, Trockenheit und eine Zunahme von St√ľrmen. Invasive, gebietsfremde Pflanzen √ľberwuchern den Waldboden und verhindern das Aufkommen neuer B√§ume. Ein zu hoher Eintrag von Stickstoff aus der Luft macht die B√∂den sauer, wodurch die B√§ume an N√§hrstoffmangel leiden, und zu viele Rehe, Hirsche und G√§msen fressen gebietsweise jegliche neu aufkommenden B√§ume ab. All diese Probleme sind menschgemacht und k√∂nnen durch die F√∂rderung der Biodiversit√§t stark abgefedert werden.

Indem die Biodiversit√§tsinitiative fordert, dass Bund und Kantone die erforderlichen Fl√§chen zur Sicherung und St√§rkung der biologischen Vielfalt zur Verf√ľgung stellen, wird sie den Zustand der Waldbiodiversit√§t weiter verbessern und f√ľr k√ľnftige Generationen sichern. Die nachhaltige Holzproduktion im Inland wird dadurch nicht tangiert. Im Gegenteil kann die Holznutzung gesteigert werden, beispielsweise zur Wiederherstellung selten gewordener lichter W√§lder. Biodiversit√§tsf√∂rdernde Pflegemassnahmen, wie die Bek√§mpfung invasiver Neophyten und die Waldrandpflege, oder der Schutz von wertvollen Biotopb√§umen k√∂nnten zudem besser durch Bund und Kantone unterst√ľtzt werden.

Links zur weiterf√ľhrenden Literatur

Mainstreaming von Waldökosystemleistungen

Die √Ėkosystemleistungen des Waldes

Waldfunktionen und Waldleistungen