Biodiversitätsinitiative

Biodiversität hält uns gesund

Der Kontakt mit der Natur tut uns gut. So macht uns munteres Vogelgezwitscher glücklich und mildert Ängstlichkeit. Erst ein Bruchteil ist erforscht und doch ist klar, dass die Vielfalt von Natur und Lebensräumen, die Biodiversität, essenziell ist für unsere Gesundheit und unser Wohlbefinden.

Wir möchten Ihnen gerne Inhalte des Anbieters YouTube anzeigen, aber respektieren Ihre Privatsphäre. Falls Sie mit der Datenschutzerklärung des Anbieters einverstanden sind, klicken Sie bitte den folgenden Button, um die Inhalte anzuzeigen.
Datenschutzerklärung

Ein einfacher Waldspaziergang kann Stress, Angst und das Risiko für Burnout verringern. Im Max-Planck-Institut wurde nachgewiesen, dass bereits nach einem stündigen Spaziergang in der Natur die Aktivitäten, die an der Stressverarbeitung beteiligt sind, in den betreffenden Gehirnregionen abnehmen. Auch der Gesang von Vögeln hat einen psychischen Einfluss und wirkt sich positiv auf Stimmung, Paranoia und kognitive Leistung aus. Der Gesang von Vögeln mildert Ängstlichkeit und beruhigt.

Oft Zeit in und mit der Natur zu verbringen, wirkt sich zudem positiv auf unser körperliches und soziales Wohlbefinden aus. Grünräume spornen an, dass Kinder mehr herumrennen und wir alle sportlich aktiv sind. Dies verbessert den Herzrhythmus, senkt den Blutdruck und vermindert Fettleibigkeit. Naturkontakt trägt dazu bei, die Immunabwehr zu stärken und das Risiko von Infektionen zu reduzieren. Besonders im Siedlungsraum fördern Grünanlagen den sozialen Zusammenhalt und beugen Einsamkeit vor. Denn wir verbringen gern die Freizeit mit unseren Freunden und Familien ausserhalb von Wohnungen und Häusern.

Kinder raus in die Natur

Besonders wichtig ist der regelmässige Aufenthalt in der Natur für Kinder. Das Spiel im Freien, sei es im Wald, in Hecken und auf Bäumen, an einem Bach oder auf eigens angelegten naturnahen Spielplätzen, fördert zusätzlich zur Gesundheit auch die Kreativität, die Motorik und soziale Kompetenzen. Zudem kommt der Aufenthalt in einer naturnahen Umgebung der Konzentration zugute und hilft gegen Aufmerksamkeitsstörungen wie ADS und ADHS. Naturkontakt trägt dazu bei, die Immunabwehr zu stärken und das Risiko von Infektionen zu reduzieren.

Pflanzen sorgen für Frischluft

Dass uns die Natur gesund hält, hängt mit ihrer Wirkung auf unsere Psyche und unser Immunsystem zusammen. Doch zusätzlich erbringt die Biodiversität auch ganz direkt viele Ökosystemleistungen. Besonders wichtig sind Wälder und Grünflächen mit einer hohen Biodiversität. Eine Hektare Wald beispielsweise filtert pro Jahr bis zu fünfzig Tonnen Russ und Staub aus der Luft. Gerade in städtischen Gebieten und entlang der Verkehrsachsen gilt daher, je mehr Bäume und Grünflächen, desto besser die Luftqualität.

Zusätzlich zur Luftreinhaltung trägt eine enge Vernetzung von Naturflächen im Siedlungsraum auch zur Regulierung des lokalen Klimas bei. Parkanlagen und naturnahe Gewässer innerhalb der Städte haben eine kühlende Wirkung und versorgen die stark bebauten Gebiete mit Frischluft.

Gestresste Stadt- und Waldbäume

Die Natur tut uns gut, doch umgekehrt gilt das leider nicht. Im Siedlungsraum leiden viele Bäume unter den steigenden Temperaturen und den zunehmenden Trockenphasen. Oft haben sie zu wenig Raum für ihre Wurzeln, weil der nötige Platz zum Beispiel für Parkplätze genutzt wird. In Kombination mit Luftverschmutzung, Strassensalzeintrag und Verdichtung macht sie das anfällig für Krankheiten.

Doch auch im Wald leiden die Bäume, besonders unter dem Klimawandel und übermässig hohen Stickstoffeinträgen. Diese stammen in erster Linie aus der Gülle der rund zwei Millionen Schweine und Kühe in der Schweiz, aber auch aus Verbrennungsprozessen in der Industrie, im Verkehr und beim Heizen. Knapp 90 Prozent des Waldes sind von zu viel Stickstoff betroffen. Dadurch versauert der Boden und Nährstoffe werden ausgewaschen, was den Wald schwächt.

Handeln für mehr gesunde Natur

Die heilende und reinigende Kraft der Natur stösst an ihre Grenzen, doch griffige Massnahmen verhelfen der Natur zur Heilung, sodass wir auch künftig auf deren wohltuende Wirkung zählen können.

Im Siedlungsraum können wir durch die Förderung biodiverser Grünräume die Natur direkt vor unsere Haustür bringen und so den Menschen den täglichen Zugang zu einer gesunden Umgebung ermöglichen. Platz dafür erreichen wir beispielsweise durch den Abbau unnötiger Verkehrs- und Parkplatzflächen. Den Wäldern verschaffen wir direkt über verbesserte Luftreinhaltungsmassnahmen Linderung und indirekt durch mehr pflanzliche Nahrungsmittel anstelle von Fleisch, womit sich der Kreis auch in Bezug auf die Gesundheit wieder schliesst.

Links zu weiterführender Literatur und zu anderen Websites

Biodiversität schützen, weil sie uns gesund hält (SCNAT)

Biodiversität ist für die Gesundheit wichtiger als bisher gedacht (SCNAT)

Wie beeinflusst die Natur das Gehirn? (Max-Planck-Institut)

Vogelgezwitscher ist gut für die mentale Gesundheit (Max-Planck-Institut)

Natur, Biodiversität und Gesundheit: eine Übersicht der Zusammenhänge

Shinrin-Yoku (Forest Bathing) and Nature Therapy: A State-of-the-Art Review (nur auf Englisch verfügbar)

So stärken Wald und Natur die Gesundheit

Warum Stickstoff den Wald krank macht

Stickstoffhaltige Luftschadstoffe beeinträchtigen auch die Biodiversität

Womit der Stadtbaum kämpft

Neue Ernährungsempfehlungen unter Berücksichtigung von Umweltkriterien

Nachhaltige Ernährungsempfehlungen für die Schweiz unter Berücksichtigung von Umwelt und Gesundheit