Biodiversitätsinitiative

Biodiversität hält uns gesund

Der Kontakt mit der Natur tut uns gut. So macht uns munteres Vogelgezwitscher gl√ľcklich und mildert √Ąngstlichkeit. Erst ein Bruchteil ist erforscht und doch ist klar, dass die Vielfalt von Natur und Lebensr√§umen, die Biodiversit√§t, essenziell ist f√ľr unsere Gesundheit und unser Wohlbefinden.

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Ein einfacher Waldspaziergang kann Stress, Angst und das Risiko f√ľr Burnout verringern. Im Max-Planck-Institut wurde nachgewiesen, dass bereits nach einem st√ľndigen Spaziergang in der Natur die Aktivit√§ten, die an der Stressverarbeitung beteiligt sind, in den betreffenden Gehirnregionen abnehmen. Auch der Gesang von V√∂geln hat einen psychischen Einfluss und wirkt sich positiv auf Stimmung, Paranoia und kognitive Leistung aus. Der Gesang von V√∂geln mildert √Ąngstlichkeit und beruhigt.

Oft Zeit in und mit der Natur zu verbringen, wirkt sich zudem positiv auf unser k√∂rperliches und soziales Wohlbefinden aus. Gr√ľnr√§ume spornen an, dass Kinder mehr herumrennen und wir alle sportlich aktiv sind. Dies verbessert den Herzrhythmus, senkt den Blutdruck und vermindert Fettleibigkeit. Naturkontakt tr√§gt dazu bei, die Immunabwehr zu st√§rken und das Risiko von Infektionen zu reduzieren. Besonders im Siedlungsraum f√∂rdern Gr√ľnanlagen den sozialen Zusammenhalt und beugen Einsamkeit vor. Denn wir verbringen gern die Freizeit mit unseren Freunden und Familien ausserhalb von Wohnungen und H√§usern.

Kinder raus in die Natur

Besonders wichtig ist der regelm√§ssige Aufenthalt in der Natur f√ľr Kinder. Das Spiel im Freien, sei es im Wald, in Hecken und auf B√§umen, an einem Bach oder auf eigens angelegten naturnahen Spielpl√§tzen, f√∂rdert zus√§tzlich zur Gesundheit auch die Kreativit√§t, die Motorik und soziale Kompetenzen. Zudem kommt der Aufenthalt in einer naturnahen Umgebung der Konzentration zugute und hilft gegen Aufmerksamkeitsst√∂rungen wie ADS und ADHS. Naturkontakt tr√§gt dazu bei, die Immunabwehr zu st√§rken und das Risiko von Infektionen zu reduzieren.

Pflanzen sorgen f√ľr Frischluft

Dass uns die Natur gesund h√§lt, h√§ngt mit ihrer Wirkung auf unsere Psyche und unser Immunsystem zusammen. Doch zus√§tzlich erbringt die Biodiversit√§t auch ganz direkt viele √Ėkosystemleistungen. Besonders wichtig sind W√§lder und Gr√ľnfl√§chen mit einer hohen Biodiversit√§t. Eine Hektare Wald beispielsweise filtert pro Jahr bis zu f√ľnfzig Tonnen Russ und Staub aus der Luft. Gerade in st√§dtischen Gebieten und entlang der Verkehrsachsen gilt daher, je mehr B√§ume und Gr√ľnfl√§chen, desto besser die Luftqualit√§t.

Zus√§tzlich zur Luftreinhaltung tr√§gt eine enge Vernetzung von Naturfl√§chen im Siedlungsraum auch zur Regulierung des lokalen Klimas bei. Parkanlagen und naturnahe Gew√§sser innerhalb der St√§dte haben eine k√ľhlende Wirkung und versorgen die stark bebauten Gebiete mit Frischluft.

Gestresste Stadt- und Waldbäume

Die Natur tut uns gut, doch umgekehrt gilt das leider nicht. Im Siedlungsraum leiden viele B√§ume unter den steigenden Temperaturen und den zunehmenden Trockenphasen. Oft haben sie zu wenig Raum f√ľr ihre Wurzeln, weil der n√∂tige Platz zum Beispiel f√ľr Parkpl√§tze genutzt wird. In Kombination mit Luftverschmutzung, Strassensalzeintrag und Verdichtung macht sie das anf√§llig f√ľr Krankheiten.

Doch auch im Wald leiden die B√§ume, besonders unter dem Klimawandel und √ľberm√§ssig hohen Stickstoffeintr√§gen. Diese stammen in erster Linie aus der G√ľlle der rund zwei Millionen Schweine und K√ľhe in der Schweiz, aber auch aus Verbrennungsprozessen in der Industrie, im Verkehr und beim Heizen. Knapp 90 Prozent des Waldes sind von zu viel Stickstoff betroffen. Dadurch versauert der Boden und N√§hrstoffe werden ausgewaschen, was den Wald schw√§cht.

Handeln f√ľr mehr gesunde Natur

Die heilende und reinigende Kraft der Natur st√∂sst an ihre Grenzen, doch griffige Massnahmen verhelfen der Natur zur Heilung, sodass wir auch k√ľnftig auf deren wohltuende Wirkung z√§hlen k√∂nnen.

Im Siedlungsraum k√∂nnen wir durch die F√∂rderung biodiverser Gr√ľnr√§ume die Natur direkt vor unsere Haust√ľr bringen und so den Menschen den t√§glichen Zugang zu einer gesunden Umgebung erm√∂glichen. Platz daf√ľr erreichen wir beispielsweise durch den Abbau unn√∂tiger Verkehrs- und Parkplatzfl√§chen. Den W√§ldern verschaffen wir direkt √ľber verbesserte Luftreinhaltungsmassnahmen Linderung und indirekt durch mehr pflanzliche Nahrungsmittel anstelle von Fleisch, womit sich der Kreis auch in Bezug auf die Gesundheit wieder schliesst.

Links zu weiterf√ľhrender Literatur und zu anderen Websites

Biodiversit√§t sch√ľtzen, weil sie uns gesund h√§lt (SCNAT)

Biodiversit√§t ist f√ľr die Gesundheit wichtiger als bisher gedacht (SCNAT)

Wie beeinflusst die Natur das Gehirn? (Max-Planck-Institut)

Vogelgezwitscher ist gut f√ľr die mentale Gesundheit (Max-Planck-Institut)

Natur, Biodiversität und Gesundheit: eine Übersicht der Zusammenhänge

Shinrin-Yoku (Forest Bathing) and Nature Therapy: A State-of-the-Art Review (nur auf Englisch verf√ľgbar)

So stärken Wald und Natur die Gesundheit

Warum Stickstoff den Wald krank macht

Stickstoffhaltige Luftschadstoffe beeinträchtigen auch die Biodiversität

Womit der Stadtbaum kämpft

Neue Ern√§hrungsempfehlungen unter Ber√ľcksichtigung von Umweltkriterien

Nachhaltige Ern√§hrungsempfehlungen f√ľr die Schweiz unter Ber√ľcksichtigung von Umwelt und Gesundheit