Der Bundesrat will zur Biodiversitätsinitiative einen indirekten Gegenvorschlag unterbreiten

04.12.2020

Der Bundesrat will die Anliegen der Biodiversitätsinitiative in einem indirekten Gegenvorschlag aufgreifen. Der Trägerverein und das Initiativkomitee bedauern die Ablehnung der Initiative. Sie sind aber offen für die Diskussion rund um einen indirekten Gegenvorschlag. Das Ziel muss sein, der Biodiversitätskrise wirksame Massnahmen entgegenzusetzen und Natur, Landschaft und Baukultur ernsthaft zu schützen.

Der Handlungsbedarf ist gross, und die Zeit drängt: Das anerkennt auch der Bundesrat. In den letzten Jahrzehnten haben massive Arten- und Lebensraumverluste der Biodiversität in der Schweiz stark zugesetzt. Diese immensen Verluste müssen dringend gestoppt und rückgängig gemacht werden. Nur so kann die Biodiversität ihre lebensnotwendigen Ökosystemleistungen für die Gesellschaft und die Wirtschaft erbringen. Nur mit der Schonung der Natur, der Landschaft und der Baukultur bewahrt die Schweiz ihre Eigenart für die Bevölkerung und den Tourismus. Nicht-Handeln wird uns weitaus teurer zu stehen kommen als die Massnahmen zugunsten der Biodiversität.

Die Biodiversitätsinitiative will Bund und Kantone verpflichten, den Schutz von Natur, Landschaft und Baukultur endlich ernst zu nehmen. Ein indirekter Gegenvorschlag muss den Zielen und Grundsätzen der Biodiversitätsinitiative gerecht werden. Die Initiantinnen und Initianten werden die Inhalte des Gegenvorschlags in diesem Sinne sehr genau prüfen, sobald er in Vernehmlassung geht.

Die Biodiversitätsinitiative ist am 8. September 2020 von Pro Natura, BirdLife Schweiz, Stiftung Landschaftsschutz, Schweizer Heimatschutz sowie von vielen weiteren Organisationen und einem Initiativkomitee aus allen politischen Lagern mit über 107 000 gültigen Unterschriften eingereicht worden. Trotz Stillstand der Unterschriftensammlung im Frühling war die notwendige Unterschriftenzahl weit vor Ende der Sammelfrist erreicht. Das rasche Zustandekommen der Biodiversitätsinitiative bestätigt die Ergebnisse der Umfrage des Bundesamtes für Statistik von 2019, wonach die Schweizer Bevölkerung den Verlust der Vielfalt an Tier- und Pflanzenarten als die grösste Gefahr für Mensch und Umwelt einschätzt.

Für Auskünfte

  • Pro Natura: Urs Leugger-Eggimann, Zentralsekretär, Tel. 079 509 35 49
  • BirdLife Schweiz: Raffael Ayé, Mitglied der Geschäftsleitung, Tel. 076 308 66 84
  • Schweizer Heimatschutz: Stefan Kunz, Geschäftsführer, Tel. 079 631 34 67
  • Stiftung Landschaftsschutz Schweiz: Raimund Rodewald, Geschäftsleiter, Tel. 031 377 00 77
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