Die Biodiversitätsinitiative als Stimme für die Natur

13.9.2021

Am 26. August 2021 fand der Online-Kongress des Schweizer Forums für nachhaltige Entwicklung statt. Expertinnen und Experten aus verschiedenen Bereichen diskutierten über die Thematik «Biodiversität in der Krise – Agenda Setting für mehr Natur».

Der Kongress des Schweizer Forums für nachhaltige Entwicklung fand zum zweiten Mal online statt. Über 300 Teilnehmende nahmen teil. In ihrem Gastreferat erläuterte Daniela Pauli, Leiterin des Forum Biodiversität Schweiz, die Zusammenhänge und Zielkonflikte der Biodiversitätskrise. Sie stellte fest, dass im Bereich der Biodiversität enorme Wissenslücken in der breiten Bevölkerung bestehen. Ein Thema, das in der Deep-Dive Session der Biodiversitätsinitiative am Nachmittag vertieft wurde.

Welche aktuellen Massnahmen das Bundesamt für Umwelt (BAFU) trifft, um die Biodiversität zu schützen, führte Hans Romang, Abteilungschef Biodiversität und Landschaft BAFU, aus. Dabei wurde die Diskrepanz zwischen dem nationalen Ziel für Schutzflächen von 17 Prozent und den international angestrebten 30 Prozent deutlich. Kürzlich hat der Bundesrat offiziell das Verhandlungsmandat der Schweizer Delegation für die Biodiversitätskonferenz verabschiedet, in welchem 30 Prozent der Landesfläche und der Ozeane bis 2030 geschützt werden sollen. Gleichzeitig will der Bundesrat in seinem Gegenvorschlag zur Biodiversitätsinitiative gerade mal 17 Prozent der Landesfläche für die Biodiversität sichern.

Urs Leugger, Zentralsektretär von Pro Natura, ordnete im Anschluss die laufenden Massnahmen des Bundes ein und beurteilte diese aus Sicht der Naturschützer:innen. Die aktuellen Massnahmen seien ungenügend und längst überfällig. Um die Biodiversitätskrise zu bekämpfen, seien mehr finanzielle Ressourcen und mehr Fläche notwendig. Forderungen, welche die Biodiversitätsinitiative stellt. 

In einer anschliessenden Podiumsdiskussion, an welcher unter anderem Raffael Ayé, Geschäftsführer Birdlife Schweiz und Vorstandsmitglied im Trägerverein der Biodiversitätsinitiative, mitwirkte, wurden die Unterschiede und Gemeinsamkeiten der Klimabewegung und des Biodiversitätsschutzes diskutiert. So sei die Klimakrise und deren Auswirkungen der breiten Bevölkerung viel bekannter und präsenter als die Biodiversitätskrise. Klima- und Biodiversitätskrise müssen jedoch gemeinsam angegangen werden, gerade deshalb müsse die Biodiversitätskrise höher auf die politische Agenda gesetzt werden.

Am Nachmittag fand die Deep-Dive Session des Trägervereins zur Biodiversitätsinitiative statt. Diskutiert wurde, wie die parlamentarische Debatte der Initiative bestmöglich für das Agendasetting für die Biodiversität genutzt werden kann. Die Biodiversitätsinitiative kann helfen, einen Diskurs mit nationaler Aufmerksamkeit zur Biodiversität anzuregen. Sie kann ausserdem als Plattform für die Vernetzung verschiedener Projekte zugunsten der Biodiversität und der Stärkung der Zusammenarbeit dienen.

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